Krankhafte Eifersucht

Eifersucht frisst Liebe

Drei Formen der Eifersucht

Die Psychologie kennt drei Formen von Eifersucht. Je stärker sie ausgeprägt ist, desto stärker belastet sie eine Partnerschaft, weil die Betroffenen ständig Angst haben, dass es zu einer Trennung kommt.

Krankhafte Eifersucht kann Partnerschaften zerstören
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Es werden drei Formen von Eifersucht unterschieden: die milde, die mittelschwere und die massive oder krankhafte Eifersucht.

Bei der milden Form sind es in der Regel nachvollziehbare Anlässe, die einen Menschen eifersüchtig werden lassen. Beispielsweise flirtet der Lebensgefährte mit einer anderen Person. Leichte Aufgeregtheit und Nervosität sind die Anzeichen dieser Eifersucht. Sobald sich die kritische Situation auflöst, verschwinden auch die Eifersuchtssymptome.

Die tatsächlich stattfindenden Begegnungen des Partners mit anderen attraktiven Menschen werden manchmal durch die Phantasie ausgeschmückt und mit Sorgen in die Zukunft hinein weitergedacht. Je größer die Verlustangst und je geringer das Selbstvertrauen des eifersüchtigen Menschen ist, desto intensiver beschäftigt sich der Geist mit dem Partner und seinen sozialen Kontakten.

Bei der mittelschweren Eifersucht werden die realen Begegnungen des Partners mit anderen Menschen immer mehr von Befürchtungen und ausschmückender Phantasie begleitet. Die Ängste vor einer Trennung werden größer. Überlegungen, wie sich diese stresserzeugende Eifersucht beenden lässt oder wie man den Lebensgefährten dazu bewegen, sich weniger Eifersucht-auslösend zu verhalten, lässt die Betroffenen nicht mehr schlafen.

Bei der krankhaften Form hat die Eifersucht nur noch wenig Bezug zur Realität. Der Verstand und seine Gedanken führt ein Eigenleben und sieht den Partner bei jeder Gelegenheit untreu werden, oder er klammert sich an die Vorstellung einer blühenden Liebe, die schon lange nicht mehr existiert, und die mit allen Mitteln erhalten werden muss.

Die krankhafte Eifersucht produziert abgehoben von der Realität ihre eigenen Anlässe. Gedanken über die Partnerschaft und fehlendes Selbstwertgefühl halten diese Eifersucht am Leben.

Auch wenn es sich anders anfühlt: Eifersucht findet im Kopf statt und nicht im Herzen.

Milde Eifersucht

Die Symptome wie eine leichte Aufgeregtheit oder Nervosität treten in Situationen mit einem nachvollziehbaren Anlass auf. Beispielsweise unterhält sich der geliebte Mensch angeregt mit einem Menschen, den man nicht kennt oder den man erst recht kennt.

Trotzdem vertraut man seinem Partner, denn das Selbstvertrauen ist gesund und stark.

Ein bisschen Eifersucht ist normal und Autoren wie Michael Krüger sehen keinen Grund zur Sorge. Das Gegenteil ist der Fall. Eifersucht in einer Partnerschaft bestätige die Liebe und gehöre dazu.

Wer diese Einstellung teilt, muss nur auf den Punkt achtgeben, an dem die Eifersucht größer wird. Zunächst mag es sich nach Liebe anfühlen, doch kann die Eifersucht schnell ins Destruktive umschlagen. Oft nehmen Paare eine krankhaft werdende Eifersucht erst wahr, wenn schon viel Porzellan zerschlagen ist.

Eifersucht ist aber nicht der verquere Ausdruck von Liebe, sondern eher der subjektiv empfundene Mangel von Zuwendung und Wertschätzung durch den Partner.

Hält sich die Eifersucht in einem normalen Rahmen, kann sie helfen, die mit ihr verbundenen Themen anzusprechen: Trennungsangst und fehlendes Selbstvertrauen. Sie hilft, seine Bedürfnisse und Ansprüche wahrzunehmen und auszusprechen.

In einer Beziehung, in der die persönliche Freiheit einen hohen Stellenwert hat, gedeiht Liebe und die Partner fördern sich in ihrer persönlichen Weiterentwicklung. Zu dieser Freiheit gehören natürlich soziale Außenkontakte hinzu. 

Wenn bei der milden Form der Auslöser für die Eifersucht einen realen Hintergrund hat, so lässt sich bei ihr immer noch über die Eifersucht-provozierende Situation reden und die Partner können sich austauschen. Zweifel am Verständnis der Situation sind erlaubt. Durch ein zugewandtes Gespräch lässt sich die Dramatik herausnehmen und die Situation kann nachträglich entschärft werden.

 

Die mittelschwere Form

Doch je mehr der Anlass für eine Eifersucht von äußeren realen Situationen abrückt, befürchtete Entwicklungen und vorgestellte Zukunftsängste in den Fokus rücken, desto weniger können sich die Partner verständigen. Der Betroffene ist immer weniger bereit, im Gespräch offen auf seinen Partner einzugehen.

Forciert wird Eifersucht bei den Menschen, die nur schwer über ihre Gefühle reden können. Sie sprechen dann weniger über ihre Eifersucht, sondern mehr über das „Fehlverhalten“ des Partners.

Damit sie ihre Eifersucht und die damit verbundenen Gefühle wie Wut oder Neid oder Trennungsängste nicht mehr spüren müssen, soll sich der Partner ändern. Ihre Hoffnung ist es, dass ihre Eifersucht nicht mehr getriggert wird und es ihnen wieder gut geht.

Doch gibt es nicht viele Menschen, die sich auf Wunsch oder Knopfdruck ändern können oder wollen.

Bei der mittleren Eifersucht wird wir auch bei der midlen Form in eigentlich unbedeutenden Begegnungen des Partners mit anderen Menschen Angst ausgelöst. Beispielsweise bei einer angeregten Unterhaltung des Lebensgefährten mit einer fremden Person. Schnell bringt sich der Eifersüchtige ins Gespräch ein und lässt keinen Zweifel daran, dass es „sein Lebensgefährte“ ist.

Auf Beobachtungsposten

Auslöser für mittelschwere Eifersucht sind auch ungewohnte Verhaltensweise des Partners. Wie von einem Hochstand aus wird er beobachtet. Wenn er beispielsweise mehr Körperpflege betreibt und gut riechend das Haus verlässt. Wenn er länger als früher in der Arbeit oder beim Sport bleibt. Wenn er sich beim Sex mit neuen Ideen einbringt oder gar keine Lust mehr hat!

Eifersucht ist viel abhängiger von unserem Selbstwertgefühl als vom "Fehlverhalten" des Partners.

Interessiert er sich plötzlich für Dinge, die früher kein Thema waren? Ganz besonders verdächtig: Er ist viel aufmerksamer als früher … was will er verstecken? Hat er vielleicht ein schlechtes Gewissen?

(Fehl-)Interpretationen und Umdeutungen nehmen überhand.

Abschweifende Blicke des Partners in der Öffentlichkeit werden als „Fremdschauen“ interpretiert. Selbst-Zweifel, Sorgen um eine gemeinsame Zukunft und Trennungsängste machen sich breit. In der Fantasie sieht man den Lebensgefährten fremdgehen oder sich bereits einen neuen Partner suchen.

Je intensiver die mittelschwere Eifersucht sich entwickelt, desto mehr Symptome der krankhaften Eifersucht tauchen auf: Durchsuchen von Taschen, Kontrollverhalten, „Mitlesen“ persönlicher Nachrichten, soweit es möglich ist.

Schwankungen der Gemütslage

Die mittelschwere Eifersucht ist noch stark an die momentane Gemütsverfassung eines Menschen gebunden. Je besser er sich fühlt, desto weniger eifersüchtig reagiert er. Geht es ihm schlecht, zieht ihn Eifersucht zusätzlich runter.

Durch diese Schwankungen unterscheidet sich die mittlere Eifersucht von der massiven Eifersucht. Die Symptome sind dieselben, doch ist die massive Eifersucht als Gefühlschaos ständig präsent und der krankhaft Eifersüchtige findet kaum noch Ablenkung.

Die krankhafte Eifersucht

Die Grenzen zwischen normaler und krankhafter Eifersucht sind fließend.

Bei einer mittelschweren Eifersucht gibt es reale Situationen, in denen man aus gutem Grund eifersüchtig sein kann. Aber man kann mit der Eifersucht noch umgehen und hat sie im Griff!

Eine Art Brandbeschleuniger Richtung krankhafter Eifersucht ist die Scham. Wer sich für seine Eifersucht schämt, der unterdrückt sie, wo er kann. Der redet nicht darüber, sondern schmort in seiner Wut, Verlustangst und mangelndem Selbstwertgefühl. Der Verstand rotiert, alle Gedanken drehen sich um den Partner und lassen einen schlecht schlafen.

Folgen und Symptome sind bei der mittleren und massiven Eifersucht dieselben. Sie unterscheiden sich durch ihre Ausprägung.

Indizien für krankhafte Eifersucht

Es gibt verschiedene Hinweise auf eine massive Eifersucht. Jeder einzelne Hinweis ist für sich noch kein Beweis. Aber sollten sich die Hinweise verdichten, dann kann man von einer krankhaften Eifersucht ausgehen. Die betreffenden Personen …

  • durchsuchen die persönlichen Sachen ihres Lebensgefährten nach Beweisen für ihre Untreue.
  • sehen in fast jedem Verhalten des Freundes oder der Freundin ein Indiz für Untreue.
  • wollen den Partner ganz für sich allein haben und versuchen, diesen nach außen zu isolieren.
  • der Partner „darf“ das Haus nicht mehr allein verlassen.
  • erkundigen sich bei Freunden und Bekannten über momentane Aktivitäten des Partners.
  • spionieren dem Partner heimlich hinterher und machen Kontrollanrufe.
  • eMails, SMS und Posts auf Sozial-Media-Kanälen werden heimlich kontrolliert.
  • verhören ihre Lebensgefährten statt mit ihnen zu reden.
  • Je mehr sich der Partner rechtfertigt, desto mehr werden dessen Aussagen verdreht und als Beweis seiner Untreue ausgelegt.
  • beobachten genau, mit wem und wie ihre Partner mit anderen sprechen.
  • unterbinden Gespräche mit einem guten Freund.
  • stellen strenge Regeln auf, um besser kontrollieren zu können.
  • nehmen potenzielle Verehrer sofort als Rivalen wahr.
 
Ein skurriles Beispiel für ausufernden Kontrollzwang stammt aus den USA. Dort fand sich ein Paar vor dem Scheidungsrichter wieder, nachdem der Mann jeden Tag Kreide auf den Schuhsohlen seiner Frau angebracht hatte, um so erkennen zu können, ob sie das Haus verlassen hat.

Ursachen der massiven Eifersucht

Man kann es nicht oft genug betonen. Eifersucht ist kein Gefühl, sondern ein Symptomkomplex, das Männer und Frauen entwickeln, wenn etwas in der Vergangenheit schief gelaufen ist.

Es ist ein Sammelsurium von Gefühlen, dass uns heimsucht, wenn wir uns klein fühlen und Angst haben, einen geliebten Menschen zu verlieren. Einerseits reagieren wir wie fernsteuert, andererseits wissen wir nicht, wie wir uns „richtig“ verhalten können.

Anfangs läuft alles super. Die Partner zeigen einander größmögliche Aufmerksamkeit. Ständige Telefonate. Man kann die Finger nicht voneinander lassen. Neugier auf den anderen trifft auf großes Mitteilungsbedürfnis. Besser geht es nicht. Man erlebt eine seit Jahren vermisste Anteilnahme an der eigenen Person.

Bis sich eben der Alltag in die Beziehung hineinfrisst. Aufgaben und Pflichten im Beruf oder der Kindererziehung lassen sich nicht aufschieben. Die Aufmerksamkeit wechselt die Richtung, die Zuneigung des anderen gilt ganz unerwartet anderen Objekten.

Viele Frauen oder Männer fühlen sich plötzlich emotional vernachlässigt.

Herbe Selbstzweifel

Wo bleibt die grandiose Bestätigung durch den Partner, wie wir sie am Anfang unserer Partnerschaft erfahren durften? Die Zeit sich mitzuteilen oder sein Herz auszuschütten, schwindet.

Doch das interessiert unsere Seele nicht. Sie vermisst emotionale Wärme und Anteilnahme. Sie ist nicht offen für die Argumente des Verstandes, der eifrig beschwichtigt und vertröstet: Der Partner hat gerade keine Zeit! Aber das wird sich ändern! Alles wird gut werden.

Dein Herz merkt nur, dass etwas nicht stimmt. Liegt es an dir? Was machst du falsch? Ohne Selbstvertrauen bist du ganz schnell in der Falle von Selbstzweifeln und produzierst Eifersucht.

Du spürst nicht, wie du dich von deinem Partner entfernst. Aber du spürst, wie er sich von dir entfernt.

Das Wort ‚Trennung‘ in den Mund zu nehmen ist natürlich viel zu früh. Aber ein möglicher Verlust des Partners wird befürchtet. ‚Partner‘ klingt so trocken. Es ist in Wirklichkeit der geliebte Mensch, der uns Nähe schenkt. Oder Nähe schenken könnte. Dem wir uns mitteilen können. Oder könnten. Wenn er sich nicht hinter einer Fassade aus Wortlosigkeit verbarrikadieren würde.

Wir haben Angst, jemanden zu verlieren, an den wir große Hoffnungen knüpfen. Der uns einst soziale Bindung und Sicherheit „versprochen“ hat. Der uns unsere eigene Größe gespiegelt hat. Der uns auf ein Schild von Einmaligkeit gehoben hat. Aus. Vorbei.

Wer will das schon verlieren?

Vertrauensverlust durch einen Seitensprung​

Der Seitensprung als solches ist schlimm und verletzt uns, aber er ist nicht das Schlimmste. Der Seitensprung beweist nur, dass wir dem Partner nicht mehr genügen. Das ist das Schlimmste. Er bestätigt, was wir schon immer über uns wussten: Wir sind es nicht wert. Wir sind nicht gut genug. Wir können unserem Partner nicht das geben, was er bräuchte.

Ein Seitensprung des Partners bringt auf den Punkt, was wir eigentlich über uns selbst denken: Wir genügen nicht!

Der Grund für deine Eifersucht ist nicht dein Partner, sondern dein Verstand. Sie ist eine innere Angelegenheit.

Symptome

Somatische Reaktionen stehen auf der Tagesordnung. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Magenschmerzen sowie andere psychosomatische Beschwerden wie Herzrasen sind keine Seltenheit bei massiv eifersüchtigen Personen. Es ist der ganze Mensch betroffen.

In Gedanken sind sie nur noch bei ihrem Partner. Tag und Nacht. Sie leiden unter Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Ihre Weltsicht rückt immer mehr von einer gemeinsamen Realität mit ihrem Partner ab. Ihre Gedanken haben nicht mehr viel mit der Realtität zu tun.

Auch wenn es sich anders anfühlt: Eifersucht findet im Kopf statt und nicht im Herzen.

Krankhaft Eifersüchtige geraten bei geringsten Anlässen außer sich: Frauen, wenn ihr Partner fünf Minuten später als verabredet nach Hause kommt. Männer, wenn ihre Partnerin in einer Gesellschaft mit einem fremden Mann redet

Viele Betroffene sind eifersüchtig auf den Freundes- und Bekanntenkreis des anderen. Das kann so weit gehen, dass versucht wird, sie von einem eigenen Freundeskreis zu isolieren. Ebenso untergräbt der Eifersüchtige all die sozialen Aktivitäten des Partners aus Angst, sie könnten ihn an einen anderen Menschen verlieren.

Anstatt eines Jahresabos für das Fitness-Studio wird ein Hometrainer unter den Weihnachtsbaum gestellt.

Wer krankhaft eifersüchtig ist, benötigt keinen realen Grund, um seine Eifersucht auszulösen! Er vertraut seinem Partner prinzipiell nicht mehr. Der steht unter Generalverdacht. Petra M. bringt es auf den Punkt:

Ich realisierte, dass ich sehr übergriffig gewesen war, in meinen Forderungen an ihn und vor allem in der Motivation dahinter: dass er mir seine Liebe und den Wert, den er mir gab, beweisen sollte – während ich innerlich kein einziges Mal an seine Ehrlichkeit oder Redlichkeit geglaubt habe.
Ich habe ihm noch nie vertraut und verlangte von ihm, sich als vertrauenswürdig zu erweisen (ohne überhaupt zu wissen, ob ich ihm je vertrauen würde).

Zwanghafte Kontrolle

Durch Beschatten oder das Durchsuchen von persönlichen Sachen versuchen krankhaft Eifersüchtige, Beweise für die vermutete Untreue zu finden. Wer Geld hat, leistet sich einen Detektiv.

Wo es geht, werden eMail- und Handy-Nachrichten gelesen, Kleidung und Taschen durchsucht. Beim Telefonieren des Partners wachsen die Ohren.

Die Kilometerstände des Autos werden überprüft, Freunde ausgefragt. Es wird hinterhertelefoniert – über das Festnetz.

Bei der massiven Eifersucht können die Menschen ihren Kontrollwahn nicht mehr kontrollieren. Männer und Frauen wüten im Autopilot-Modus.

Social Media Kanäle werden nach „Untreuebeweisen“ durchsucht. Um die Social Media Aktivitäten des Partners ins Visier zu nehmen, wird ein neues Benutzerkonto mit einem unverdächtigen Namen eingerichtet.

Sie fordern ständig Liebes- und Treuebeweise, aber sie glauben ihrem Partner nichts mehr. Der kann tun und lassen, was er will – es ist immer verkehrt! Die Zuneigung wird auf eine harte Probe gestellt.

Und natürlich kennt der krankhaft Eifersüchtige die Umfragen, nach denen jeder Fünfte in seiner Beziehung einmal fremd gegangen ist. Sie glauben, dass ihr Partner zu diesen 20 Prozent gehört und ein sexuelles Verhältnis mit einer anderen Person hat?!

Soziale Reaktionen

Eifersüchtige Menschen haben Angst, ihren Lebensgefährten zu verlieren. Sie vernachlässigen ihre Arbeit und ihre Sozialkontakte. Sie sind nicht mehr in der Lage, sich auf „ihre“ Arbeit zu konzentrieren.

Sie versuchen, den geliebten Menschen an sich zu binden, indem sie ihn aus deren Freundeskreis „herausarbeiten“. Das gelingt ihnen, indem sie den Freundeskreis des Partners schlecht machen.

Sie sind nicht mehr in der Lage, die Interessen und die Persönlichkeitssphäre des anderen zu sehen, geschweige denn zu respektieren. Das Wort Freiheit ist ihnen fremd. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes rücksichtslos und engen den Partner mehr und mehr ein.

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass eine unkontrollierte Eifersucht die Gewaltbereitschaft erhöht. Für viele Menschen ist ein solches Verhalten nicht akzeptabel und es kommt zum  Verlust der geliebten Person. 

Oft genug endet ein Streit mit dem Tod eines Beteiligten. Tendenziell töten Männer ihren Rivalen, Frauen ihren Partner. Die Presse ist voll davon.

Auswirkung auf die Partnerschaft

Unkontrollierte Eifersucht ist Gift für jede Beziehung und zerstört diese früher oder später. Der Partner ist ständigem Misstrauen und Verdächtigungen ausgesetzt. Das ist Psychoterror pur. Das gegenseitige Vertrauen wird zerstört, die Basis einer jeden Partnerschaft. Hier helfen keine Tipps oder Ratgeber mehr, sondern die Betroffenen müssen sich in eine professionelle Therapie begeben.

Es ist in der Regel nur eine Frage der Zeit, bis der Partner die Eifersucht nicht mehr erträgt. Selbst wenn er die Beziehung nicht beendet, geht er auf Distanz.

Wenn es wieder eine Eifersuchtsattacke gegeben hat, geh also aktiv auf deinen Partner zu. Suche in einer ruhigen Situation das Gespräch und entschuldige dich.

Im besten Fall sage ihm auch, dass …

  • du selbst unter deiner Eifersucht leidest.

  • du weißt, dass das Problem bei dir liegt.

  • du deine krankhafte Eifersucht bekämpfen wirst, weil dir eure Beziehung wichtig ist.

Vermeide leere Versprechungen wie: „Das wird nicht wieder vorkommen.“ Massive Eifersucht musst du aktiv bekämpfen. Der gute Wille allein wird dir nicht weiterhelfen. Und Versprechen, die nicht gehalten werden, machen die Sache nur schlimmer.

Was kann man tun?

Die gute Nachricht: auch extreme Eifersucht ist heilbar! Es erfordert ein konsequentes Bearbeiten der Ursachen wie fehlendes Selbstvertrauen oder Trennungsangst. Beim wahnhaften Othello-Syndrom sollte man allerdings professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Eine erste Anlaufstation ist beispielsweise die kostenfreie Telefonseelsorge. Du erreichst sie unter 0800/111 0 111.

Der Schlüssel zum Erfolg ist das Ausmerzen der Gründe für die krankhafte Eifersucht. Das heißt, du musst dein Selbstvertrauen stärken. Je gesünder dein Selbstvertrauen ist, desto weniger Verlustangst hast du. Diese Arbeit an den Ursachen löst das Symptom Eifersucht auf.

Um dieses Ziel zu erreichen, stehen dir mehrere Möglichkeiten offen. Du begibst dich beispielsweise in eine geeignete Psychotherapie (Hpno- oder Verhaltenstherapie). Kurzzeittherapien wie NLP helfen ebenfalls.

Der effektivste Weg aber ist das Bearbeiten deiner negativen Glaubenssätze. So glauben zum Beispiel viele Menschen, dass sie den Ansprüchen ihres Partners nicht gerecht werden. Oder dass sie eine glückliche Beziehung nicht verdient haben. Das sind die Gedanken hinter ihrem Minderwertigkeitsgefühls, die Ursache ihrer Eifersucht.

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