Krankhafte Eifersucht

Neben dem Eifersuchtswahn ist die krankhafte Eifersucht für alle Beteiligten die schlimmste Form.

Eifersucht frisst Liebe

Wie Eifersucht Beziehungen zerstört

 Je stärker die Eifersucht ausgeprägt ist, desto stärker belastet sie eine Partnerschaft. Hier erfährst du mehr über die Formen, Ursache und wie du Eifersucht übewinden kannst.

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Es werden drei Formen der Eifersucht unterschieden: die milde, die mittelschwere und die massive oder krankhafte Eifersucht.

Bei der milden Form sind es in der Regel nachvollziehbare Anlässe, die einen Menschen eifersüchtig werden lassen. Beispielsweise flirtet der Lebensgefährte mit einer anderen Person. Leichte Aufgeregtheit und Nervosität sind die Anzeichen.

Sobald sich die kritische Situation auflöst, verschwinden auch die Eifersuchtssymptome und emotionale Nähe stellt sich wieder ein.

Die tatsächlich stattfindenden Begegnungen des Partners mit anderen attraktiven Menschen werden manchmal durch die Phantasie krass ausgeschmückt und mit Angst vor einer Trennung in naher Zukunft weitergedacht.

Je größer die Verlustangst und je geringer das Selbstvertrauen des eifersüchtigen Menschen ist, desto intensiver beschäftigt sich der eifersüchtige Menschen mit seinem Partner und seinen sozialen Kontakten.

Bei der mittelschweren Eifersucht werden die realen Begegnungen des Partners mit anderen Menschen immer mehr von Befürchtungen und ausschmückender Phantasie begleitet. Die Kommunikation mit dem eifersüchtigen Partner wird immer schwieriger.

Die Ängste vor einer Trennung werden größer. Überlegungen, wie sich die strapaziöse Eifersucht beenden lässt oder wie man den Lebensgefährten dazu bewegen, sich weniger Eifersucht-auslösend zu verhalten, lässt die Betroffenen morgens mit roten Ringen um die Augen aufwachen.

Bei der krankhaften Form verliert die Eifersucht ihre Bodenhaftung. Die emotionalen Verletzungen werden immer heftiger.

Der Verstand mit seinen Gedanken führt ein Eigenleben und sieht den Partner bei jeder Gelegenheit untreu werden. Oder er klammert sich an die Vorstellung einer blühenden Liebe, die schon lange nicht mehr existiert, und die mit allen Mitteln erhalten werden muss.

Eifersucht findet im Kopf statt, nicht im Herzen.

Die krankhafte Eifersucht produziert – abgehoben von der Realität – ihre eigenen Anlässe. Trennungsängste und gleichzeitig die Angst vor Nähe halten diese Eifersucht am Leben.

Dieses im Geiste ausgemalte Produzieren von „berechtigten Gründen“ eifersüchtig zu sein, macht deutlich, dass Eifersucht zuerst im Kopf stattfindet und nicht im Herzen.

Mein gratis MINI-KURS „Eifersucht bekämpfen“ zeigt dir einen Weg, wie du den Kopf wieder freikriegst.

Bei der Eifersucht wird der Körper durch die Ausschüttung von Stresshormonen in einen kampfähnlichen Zustand versetzt – eine Reaktion, die bereits unsere Vorfahren kannten. Bleibt der Kampf aus, kommt es zu einem Hormonüberschuss mit den Folge von schädlichem, chronischen Stress.

  • Verhaltensweisen wie Kontrollverhalten
  • Körperliche Reaktionen
  • Verlustangst und Angst vor Trennung
  • Eigenständigkeit
  • Selbstwertgefühle und Selbstvertrauen
  • Glaubenssätze („Ich genüge ihm/ihr nicht!“)

Milde Eifersucht

Die Symptome wie eine leichte Aufgeregtheit oder Nervosität treten in ‚pikanten‘ Situationen auf, die für jeden nachvollziehbar sind. Beispielsweise unterhält sich der Lebensgefährte angeregt mit einem attraktiven Menschen, den man nicht kennt und nicht recht einschätzen kann.

Trotzdem vertraut man seinem Partner, denn das Selbstvertrauen ist gesund und stark.

Ein bisschen Eifersucht ist normal und Autoren wie Michael Krüger sehen keinen Grund zur Sorge. Das Gegenteil ist der Fall. Eifersucht in einer Partnerschaft bestätige die Liebe und gehöre dazu.

Wer diese Einstellung teilt, muss allerdings auf den Umschlagpunkt achtgeben, an dem die Eifersucht zum Selbstläufer wird.

Zunächst mag es sich nach Liebe anfühlen, doch kann die Eifersucht schnell ins Destruktive umschlagen. Oft nehmen Paare eine krankhaft werdende Eifersucht erst wahr, wenn schon viel Porzellan zerschlagen ist.

Eifersucht ist aber nicht der verquere Ausdruck von Liebe, sondern eher der subjektiv empfundene Mangel von Zuwendung und die vielen Enttäuschungen durch den Partner.

Hält sich die Eifersucht in einem normalen Rahmen, kann sie helfen, die mit ihr verbundenen Themen anzusprechen: fehlendes Selbstvertrauen, Trennungsangst und gleichzeitig die Angst, sich mit dem Partner auf  Nähe  einzulassen. Sie hilft, seine Bedürfnisse und Ansprüche wahrzunehmen und auszusprechen.

In einer Beziehung, in der die innere Freiheit einen hohen Stellenwert hat, gedeiht Liebe und die Partner fördern sich in ihrer persönlichen Entwicklung.

Da bei der milden Form der Auslöser für die Eifersucht einen realen und nachvollziehbaren Hintergrund hat, können sich die Partner im Gespräch austauschen und über ihre Gefühle und Bedürfnisse reden.

Zweifel am Verständnis der Situation sind erlaubt. Unterschiedliche Wahrnehmung wird akzeptiert.

Durch ein zugewandtes Gespräch lässt sich die Dramatik herausnehmen und die Situation kann nachträglich entschärft werden.

Die mittelschwere Form

Von den drei Formen der Eifersucht sind eifersüchtige Menschen am meisten von der mittleren Form betroffen.

Je mehr der Anlass für eine Eifersucht von äußeren realen Situationen abrückt, befürchtete Entwicklungen und vorgestellte Zukunftsängste in den Fokus rücken, desto weniger können sich die Partner verständigen. Die Betroffenen sind immer weniger bereit, im Gespräch offen auf ihre Partner einzugehen.

Forciert wird Eifersucht bei den Menschen, die nur schwer über ihre Gefühle reden können. Sie sprechen dann weniger über ihre eigene Eifersucht, sondern mehr über das „Fehlverhalten“ des Partners.

Damit sie ihre Eifersucht und die damit verbundenen Gefühle wie Wut oder Neid oder Trennungsängste nicht mehr spüren müssen, soll sich der Partner ändern. In Eifersuchtsszenen wird es ihm klar gemacht.

Anstatt die Ursachen für seine Eifersucht zu erforschen und sie zu bearbeiten, wird die Verantwortung für sein emotionales Wohlbefinden auf den Partner übertragen.

Er soll sich ändern, damit der Betroffene seine eifersüchtigen Gefühle nicht mehr spürt.

Leider gibt es nicht viele Menschen, die sich auf Wunsch oder auf Knopfdruck ändern können oder wollen, weil es sich der Partner wünscht. Oder weil der es braucht.

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Wir alle wollen eine „Persönlichkeit“ darstellen. Und mit diesem Begriff verbinden wir auch die Vorstellung von Verlässlichkeit, Konstanz und Berechenbarkeit.

Diese Vorstellung einer konstanten „Persönlichkeit“ macht es uns gleichzeitig sehr schwer, uns weiterzuentwickeln. Weder uns selbst noch einer glücklichen Partnerschaft zuliebe.

Verlässlichkeit als ein innerer Wert unserer Persönlichkeit wird zum Fluch. Wenn wir bestimmte Aspekte unseres Selbst ändern und uns selbst weiterentwickeln wollen, mutiert Verlässlichkeit zu Beharrlichkeit, Verkrustung und Verweigerung.

Bei der mittleren Eifersucht wird wir auch bei der mittleren Form in eigentlich unbedeutenden Begegnungen des Partners mit anderen Menschen Angst ausgelöst. Beispielsweise bei einer angeregten Unterhaltung des Lebensgefährten mit einer fremden Person. Schnell bringt sich der Eifersüchtige ins Gespräch ein und lässt keinen Zweifel daran, dass es „sein Lebensgefährte“ ist.

 

Auf Beobachtungsposten

Auslöser für mittelschwere Eifersucht sind auch ungewohnte Verhaltensweise des Partners. Wie von einem Hochstand aus wird er beobachtet. Wenn er beispielsweise mehr Körperpflege betreibt und gut riechend das Haus verlässt. Wenn er länger als früher in der Arbeit oder beim Sport bleibt. Wenn er sich beim Sex mit neuen Ideen einbringt oder gar keine Lust mehr hat!

Der Grad der Eifersucht ist abhängig von der Stärke unseres Selbstwertgefühls.

 

Interessiert er sich plötzlich für Dinge, die früher kein Thema waren? Ganz besonders verdächtig: Er ist viel aufmerksamer als früher … was will er verstecken? Hat er vielleicht ein schlechtes Gewissen?

(Fehl-)Interpretationen und Umdeutungen nehmen überhand.

Abschweifende Blicke des Partners in der Öffentlichkeit werden als „Fremdschauen“ interpretiert. Selbst-Zweifel, Sorgen um eine gemeinsame Zukunft und Trennungsängste machen sich breit. In der Fantasie sieht man den Lebensgefährten fremdgehen oder sich bereits einen neuen Partner suchen. Höchste Zeit, seine Eifersucht schnell zu bekämpfen.

Je intensiver die mittelschwere Eifersucht sich entwickelt, desto mehr Symptome der krankhaften Eifersucht tauchen auf: Durchsuchen von Taschen, Kontrollverhalten, „Mitlesen“ persönlicher Nachrichten, soweit es möglich ist.

Schwankungen der Gemütslage

Die mittelschwere Eifersucht ist noch stark an die momentane Gemütsverfassung eines Menschen gebunden. Je besser er sich fühlt, desto weniger eifersüchtig reagiert er. Geht es ihm schlecht, zieht ihn Eifersucht zusätzlich runter.

Durch diese emotionale Schwankungen unterscheidet sich die mittlere Eifersucht von der massiven Eifersucht. Die Symptome sind dieselben, doch ist die massive Eifersucht als Gefühlschaos ständig präsent und der krankhaft Eifersüchtige findet kaum noch Ablenkung.

 

Von der milden bis zur krankhaften Form

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Die krankhafte Eifersucht

Die Grenzen zwischen den Formen der Eifersucht sind fließend.

Bei einer mittelschweren Eifersucht gibt es reale Situationen, in denen man aus gutem Grund eifersüchtig sein kann. Aber man kann mit der Eifersucht noch umgehen und hat sie im Griff!

Eine Art Brandbeschleuniger Richtung krankhafter Eifersucht ist die Scham. Wer sich für seine Eifersucht schämt, der unterdrückt sie, wo er kann. Der redet nicht darüber, sondern schmort in seiner Wut, Verlustangst und mangelndem Selbstwertgefühl. Der Verstand rotiert, alle Gedanken drehen sich um den Partner und lassen einen schlecht schlafen.

Folgen und Symptome sind bei der mittleren und massiven Eifersucht dieselben. Sie unterscheiden sich durch ihre Ausprägung.

Indizien für krankhafte Eifersucht

Es gibt verschiedene Hinweise auf eine massive Eifersucht. Jeder einzelne Hinweis ist für sich noch kein Beweis. Aber sollten sich die Hinweise verdichten, dann kann man von einer krankhaften Eifersucht ausgehen. Die betreffenden Personen …

  • durchsuchen die persönlichen Sachen ihres Lebensgefährten nach Beweisen für ihre Untreue.
  • sehen in fast jedem Verhalten des Freundes oder der Freundin ein Indiz für Untreue.
  • wollen den Partner ganz für sich allein haben und versuchen, diesen nach außen zu isolieren.
  • der Partner „darf“ das Haus nicht mehr allein verlassen.
  • erkundigen sich bei Freunden und Bekannten über momentane Aktivitäten des Partners.
  • spionieren dem Partner heimlich hinterher und machen Kontrollanrufe.
  • eMails, SMS und Posts auf Sozial-Media-Kanälen werden heimlich kontrolliert.
  • verhören ihre Lebensgefährten statt mit ihnen zu reden.
  • Je mehr sich der Partner rechtfertigt, desto mehr werden dessen Aussagen verdreht und als Beweis seiner Untreue ausgelegt.
  • beobachten genau, mit wem und wie ihre Partner mit anderen sprechen.
  • unterbinden Gespräche mit einem guten Freund.
  • stellen strenge Regeln auf, um besser kontrollieren zu können.
  • nehmen potenzielle Verehrer sofort als Rivalen wahr.
 
Ein skurriles Beispiel für ausufernden Kontrollzwang stammt aus den USA. Dort fand sich ein Paar vor dem Scheidungsrichter wieder, nachdem der Mann jeden Tag Kreide auf den Schuhsohlen seiner Frau angebracht hatte, um so erkennen zu können, ob sie das Haus verlassen hat.

Was kannst du gegen Eifersucht tun?

Unkontrollierte Eifersucht ist Gift für jede Beziehung und zerstört diese früher oder später. Der Partner ist ständigem Misstrauen und Verdächtigungen ausgesetzt. Das ist Psychoterror pur. Das gegenseitige Vertrauen wird zerstört, die Basis einer jeden Partnerschaft. Hier helfen keine Tipps oder Ratgeber mehr, sondern die Betroffenen müssen sich in eine professionelle Therapie begeben.

Es ist in der Regel nur eine Frage der Zeit, bis der Partner die Eifersucht nicht mehr erträgt. Selbst wenn er die Beziehung nicht beendet, geht er auf Distanz.

Wenn es wieder eine Eifersuchtsattacke gegeben hat, geh also aktiv auf deinen Partner zu. Suche in einer ruhigen Situation das Gespräch und entschuldige dich.

Im besten Fall sage ihm auch, dass …

  • du selbst unter deiner Eifersucht leidest.

  • du weißt, dass das Problem bei dir liegt.

  • du deine krankhafte Eifersucht bekämpfen wirst, weil dir eure Beziehung wichtig ist.

Vermeide leere Versprechungen wie: „Das wird nicht wieder vorkommen.“ Massive Eifersucht musst du aktiv bekämpfen. Der gute Wille allein wird dir nicht weiterhelfen. Und Versprechen, die nicht gehalten werden, machen die Sache nur schlimmer.

Negative Glaubenssätze auflösen

Die gute Nachricht: auch extreme Eifersucht lässt sich überwinden! Es erfordert ein konsequentes Bearbeiten der Ursachen wie fehlendes Selbstvertrauen oder Trennungsangst. Beim wahnhaften Othello-Syndrom sollte man allerdings professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Eine erste Anlaufstation ist beispielsweise die kostenfreie Telefonseelsorge. Du erreichst sie unter 0800/111 0 111.

Der Schlüssel zum Erfolg ist das Ausmerzen der Gründe für die krankhafte Eifersucht. Das heißt, du musst dein Selbstvertrauen stärken. Je gesünder dein Selbstvertrauen ist, desto weniger Verlustangst hast du. Diese Arbeit an den Ursachen löst das Symptom Eifersucht auf.

Um dieses Ziel zu erreichen, stehen dir mehrere Möglichkeiten offen. Du begibst dich beispielsweise in eine geeignete Psychotherapie (Hpno- oder Verhaltenstherapie). Kurzzeittherapien wie NLP helfen ebenfalls.

Der effektivste Weg aber ist das Bearbeiten deiner negativen Glaubenssätze. So glauben zum Beispiel viele Menschen, dass sie den Ansprüchen ihres Partners nicht gerecht werden. Oder dass sie eine glückliche Beziehung nicht verdient haben. Das sind die Gedanken hinter ihrem Minderwertigkeitsgefühls, die Ursache ihrer Eifersucht.

Der effektivste Weg

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Woran erkennt man Eifersucht?

Somatische Reaktionen stehen auf der Tagesordnung. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Magenschmerzen sowie andere psychosomatische Beschwerden wie Herzrasen sind keine Seltenheit bei massiv eifersüchtigen Personen. Es ist der ganze Mensch betroffen.

In Gedanken sind sie nur noch bei ihrem Partner. Tag und Nacht. Sie leiden unter Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Ihre Weltsicht rückt immer mehr von einer gemeinsamen Realität mit ihrem Partner ab. Ihre Gedanken haben nicht mehr viel mit der Realtität zu tun.

Bei der krankhaften Eifersucht steht der Partner unter Generalverdacht.

Krankhaft Eifersüchtige geraten bei geringsten Anlässen außer sich: Frauen, wenn ihr Partner fünf Minuten später als verabredet nach Hause kommt. Männer, wenn ihre Partnerin in einer Gesellschaft mit einem fremden Mann redet

Viele Betroffene sind eifersüchtig auf den Freundes- und Bekanntenkreis des anderen. Das kann so weit gehen, dass versucht wird, sie von einem eigenen Freundeskreis zu isolieren. Ebenso untergräbt der Eifersüchtige all die sozialen Aktivitäten des Partners aus Angst, sie könnten ihn an einen anderen Menschen verlieren.

Anstatt eines Jahresabos für das Fitness-Studio wird ein Hometrainer unter den Weihnachtsbaum gestellt.

Wer krankhaft eifersüchtig ist, benötigt keinen realen Grund, um seine Eifersucht auszulösen! Er vertraut seinem Partner prinzipiell nicht mehr. Der steht unter Generalverdacht. Petra M. bringt es auf den Punkt:

Ich realisierte, dass ich sehr übergriffig gewesen war, in meinen Forderungen an ihn und vor allem in der Motivation dahinter: dass er mir seine Liebe und den Wert, den er mir gab, beweisen sollte – während ich innerlich kein einziges Mal an seine Ehrlichkeit oder Redlichkeit geglaubt habe.
Ich habe ihm noch nie vertraut und verlangte von ihm, sich als vertrauenswürdig zu erweisen (ohne überhaupt zu wissen, ob ich ihm je vertrauen würde).

Kontrollzwang

Durch Beschatten oder das Durchsuchen von persönlichen Sachen versuchen krankhaft Eifersüchtige, Beweise für die vermutete Untreue zu finden. Wer Geld hat, leistet sich einen Detektiv.

Wo es geht, werden eMail- und Handy-Nachrichten gelesen, Kleidung und Taschen durchsucht. Beim Telefonieren des Partners wachsen die Ohren.

Die Kilometerstände des Autos werden überprüft, Freunde ausgefragt. Es wird hinterhertelefoniert – über das Festnetz.

Bei der massiven Eifersucht können die Menschen ihren Kontrollwahn nicht mehr kontrollieren. Männer und Frauen wüten im Autopilot-Modus.

Social Media Kanäle werden nach „Untreuebeweisen“ durchsucht. Um die Social Media Aktivitäten des Partners ins Visier zu nehmen, wird ein neues Benutzerkonto mit einem unverdächtigen Namen eingerichtet.

Sie fordern ständig Liebes- und Treuebeweise, aber sie glauben ihrem Partner nichts mehr. Der kann tun und lassen, was er will – es ist immer verkehrt! Die Zuneigung wird auf eine harte Probe gestellt.

Und natürlich kennt der krankhaft Eifersüchtige die Umfragen, nach denen jeder Fünfte in seiner Beziehung einmal fremd gegangen ist. Sie glauben, dass ihr Partner zu diesen 20 Prozent gehört und ein sexuelles Verhältnis mit einer anderen Person hat?!

Soziale Reaktionen

Eifersüchtige Menschen haben Angst, ihren Lebensgefährten zu verlieren. Sie vernachlässigen ihre Arbeit und ihre Sozialkontakte. Sie sind nicht mehr in der Lage, sich auf „ihre“ Arbeit zu konzentrieren.

Sie versuchen, den geliebten Menschen an sich zu binden, indem sie ihn aus deren Freundeskreis „herausarbeiten“. Das gelingt ihnen, indem sie den Freundeskreis des Partners schlecht machen.

Sie sind nicht mehr in der Lage, die Interessen und die Persönlichkeitssphäre des anderen zu sehen, geschweige denn zu respektieren. Das Wort Freiheit ist ihnen fremd. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes rücksichtslos und engen den Partner mehr und mehr ein.

Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass eine unkontrollierte Eifersucht die Gewaltbereitschaft erhöht. Für viele Menschen ist ein solches Verhalten nicht akzeptabel und es kommt zum  Verlust der geliebten Person. 

Oft genug endet ein Streit mit dem Tod eines Beteiligten. Tendenziell töten Männer ihren Rivalen, Frauen ihren Partner. Die Presse ist voll davon.

Ursachen für massive Eifersucht

Man kann es nicht oft genug betonen. Eifersucht ist kein Gefühl, sondern ein Symptomkomplex, das Männer und Frauen entwickeln, wenn etwas in der Vergangenheit schief gelaufen ist und sie kein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln konnten.

Es ist ein Sammelsurium von Gefühlen, dass uns heimsucht, wenn wir uns klein fühlen und Angst haben, einen geliebten Menschen zu verlieren. Einerseits reagieren wir wie fernsteuert, andererseits wissen wir nicht, wie wir uns „richtig“ verhalten können.

Anfangs läuft alles super. Die Partner zeigen einander größmögliche Aufmerksamkeit. Ständige Telefonate. Man kann die Finger nicht voneinander lassen. Neugier auf den anderen trifft auf großes Mitteilungsbedürfnis. Besser geht es nicht. Man erlebt eine immense Hingabe des anderen zu sich.

Bis sich eben der Alltag in die Beziehung hineinfrisst. Aufgaben und Pflichten im Beruf oder der Kindererziehung lassen sich nicht aufschieben. Die Aufmerksamkeit wechselt die Richtung, die Zuneigung des anderen gilt ganz unerwartet anderen Dingen und Personen.

Viele Frauen oder Männer vermissen emotionale Nähe.

Herbe Selbstzweifel

Wo bleibt die grandiose Bestätigung durch den Partner, wie wir sie am Anfang unserer Partnerschaft erfahren durften? Die Zeit sich mitzuteilen oder sein Herz auszuschütten, schwindet.

Doch das interessiert unsere Seele nicht. Sie vermisst emotionale Wärme und Anteilnahme. Sie ist nicht offen für die Argumente des Verstandes, der eifrig beschwichtigt und vertröstet: Der Partner hat gerade keine Zeit! Aber das wird sich ändern! Alles wird gut werden.

Dein Herz merkt nur, dass etwas nicht stimmt. Liegt es an dir? Was machst du falsch? Ohne Selbstvertrauen bist du ganz schnell in der Falle von Selbstzweifeln und produzierst Eifersucht.

Du spürst nicht, wie du dich von deinem Partner entfernst. Aber du spürst, wie er sich von dir entfernt. Diese Erfahrung machst du „experimentell“ auch in dem MINI-KURS „Eifersucht bekämpfen“.

Das Wort ‚Trennung‘ in den Mund zu nehmen ist natürlich viel zu früh. Aber ein möglicher Verlust des Partners wird befürchtet. ‚Partner‘ klingt so trocken. Es ist in Wirklichkeit der geliebte Mensch, der uns Nähe schenkt. Oder Nähe schenken könnte. Dem wir uns mitteilen können. Oder könnten. Wenn er sich nicht hinter einer Fassade aus Wortlosigkeit verbarrikadieren würde.

Wir haben Angst, jemanden zu verlieren, an den wir große Hoffnungen knüpfen. Der uns einst eine glückliche Beziehung und Sicherheit „versprochen“ hat. Der uns unsere eigene Größe gespiegelt hat. Der uns auf ein Schild von Einmaligkeit gehoben hat. Aus. Vorbei.

Wer will das schon verlieren?

Vertrauensverlust durch einen Seitensprung​

Der Seitensprung als solches ist schlimm und verletzt uns, aber er ist nicht das Schlimmste. Der Seitensprung beweist nur, dass wir dem Partner nicht mehr genügen. Das ist das Schlimmste. Er bestätigt, was wir schon immer über uns wussten: Wir sind es nicht wert. Wir sind nicht gut genug. Wir können unserem Partner nicht das geben, was er bräuchte.

Ein Seitensprung des Partners bringt auf den Punkt, was wir eigentlich über uns selbst denken: Wir genügen nicht!

Der Grund für deine Eifersucht ist nicht dein Partner, sondern dein Verstand. Sie ist eine innere Angelegenheit.

Lesenswerte Ratgeber

Der Buchmarkt für psychologische Ratgeber zum Thema „Eifersucht bekämpfen“ ist groß. Hier stelle ich Bücher vor, die ich jedes auf seine Art empfehlen kann.

Mit diesem psychologischen Ratgeber lernst du Schritt für Schritt Vertrauen gegenüber deinem Partner zurückzugewinnen und deine Eifersucht loszuwerden.

Denn ein gesundes Vertrauen aufzubauen und seine Eifersucht zurückzuhalten fällt vielen Personen schwer. Für sie ist es das perfekte Buch über Eifersucht.

Der Buchautor hat hilfreiche Tipps gegen die verschiedenen Formen von Eifersucht zusammengetragen und die Betroffenen lernen den Umgang mit Eifersucht und wie man sich nicht verrückt machen lässt.

Wie fühlt es sich an, sich immer wieder rechtfertigen zu müssen, weil einem der Partner Untreue unterstellt?

In diesem Buch findest du 10 persönliche Fragen von Lesern und Leserinnen an die Psychologin und Buchautorin Dr. Christine Hefti.

Sie klärt über den Unterschied zwischen einer normalen und krankhaften Eifersucht auf und fragt: Wie entsteht Eifersucht? Ist sie natürlich oder nur ein Ausdruck von Besitzdenken?

Dabei schlägt sie den Bogen zur Evolution, Biologie und Erziehung und lässt die Erfahrungen aus ihrer eigenen Praxis einfließen.