Ehrlich zu sich selbst sein

Von wegen Nabelschau

Es geht nicht darum, unbekannte Seiten zu entdecken, sondern zu akzeptieren, wer man tatsächlich ist.

Ehrlich zu sich selbst sein ist immer ein Gewinn

Um ehrlich zu sich selbst zu sein, braucht es zu allererst die Bereitschaft, die Dinge anzunehmen, wie sie sind und auch die Bereitschaft zu sehen, dass manches in unserer Persönlichkeit widersprüchlich ist.

Es geht um eine Grundhaltung. Nicht nur sich selbst, sondern auch der Welt gegenüber. Es braucht das Ja zu einer Welt, die ist, wie sie ist! Mit einer Grundhaltung des Akzeptierens, sich und der Welt gegenüber.

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Um ehrlich zu sich selbst zu sein, braucht es zu allererst die Bereitschaft, die Dinge anzunehmen, wie sie sind und auch die Bereitschaft zu sehen, dass manches in unserer Persönlichkeit widersprüchlich ist.

Es geht um eine Grundhaltung. Nicht nur sich selbst, sondern auch der Welt gegenüber. Es braucht das Ja zu einer Welt, die ist, wie sie ist! Mit einer Grundhaltung des Akzeptierens, sich und der Welt gegenüber.

Ehrlichkeit ist zunächst bewusstes Annehmen der Dinge, wie sie sind.

Der Unterschied ist klein, aber fein. Wenn du die Vorstellung hast, die Welt darf nicht so sein, wie sie momentan ist, und es sollte sich alles möglichst schnell ändern, gibst du die Verantwortung ans „Universum“ ab, die Zustände hier auf Erden zu ändern.
 
Doch nichts wird sich ändern, nur weil man besorgt oder wütend ist. Wut ist zunächst einmal ein Alarmlämpchen, aber noch kein Motor.
 

Wenn du aber die Zustände auf der Welt in ihrem So-Sein annimmst, wie sie zur Zeit sind, dann kannst du auch genau hinschauen und Details finden, die du ändern kannst. So kannst du einen kleinen Beitrag leisten und die Welt nach deinen Vorstellungen anfangen zu ändern.

Erst ein einfaches Ja zu dem, was ist, beinhaltet die Möglichkeit, etwas zu verändern. Wer nur will, dass die Dinge anders sein sollten, nimmt sich aus der Verantwortung und sonnt sich in seiner kritischen Ablehnung.

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Ehrlich zu sich selbst sein bedeutet …

So verhält es sich auch mit der Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Wir können nur ehrlich mit uns sein, wenn wir bereit sind, uns zu nehmen, wie wir sind. Wenn wir keine unerwünschten Eigenschaften mehr leugnen oder ignorieren wollen. Wenn wir bereit sind, unsere ungeliebten Anteile, unsere Schattenseiten, unsere ungesehenen Bedürfnisse und Gefühle anzunehmen.

Ehrlichkeit sich selbst gegenüber erschöpft sich nicht in einer Aussage wie etwa „Ich mag meine Schwiegermutter nicht“, sondern sie setzt einen Prozess in Gang, in dem man sich selbst erforscht und untersucht, was diese Ablehnung bedeutet. Woher sie kommt und was genau hinter ihr steckt.

Ehrlichkeit sich selbst gegenüber ist auch eine schmerzliche Nabelschau. Es ist kein Kokettieren mit charmanten Eigenschaften, die man in selbstironischen Momenten rauslässt. Aber auch.

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Widersprüchlichkeit akzeptieren

Ehrlichkeit sich selbst gegenüber ist mehr als nur die Bereitschaft zu mehr Wahrhaftigkeit. Es fordert auch ein bisschen anderes Denken.

Wir alle sind widersprüchliche Wesen – was uns oft nicht gefällt. Es ist uns wichtig für klar, eindeutig und zuverlässig gehalten zu werden. So wie wir es auch von anderen Menschen erwarten.

Doch zu unserem Leidwesen sind wir oft uneindeutig, zwiespältig, unentschlossen, unzuverlässig; egal wie sehr wir uns ums Gegenteil bemühen.

Und dort, wo wir unsere Widersprüchlichkeit wahrnehmen, ignorieren oder verleugnen wir sie. Im Gespräch streiten wir es ab. Widersprüchlichkeit kommt uns vor wie missraten erzogen.

Perfekt sein: dem Funktionieren näher als der Lebendigkeit

Wir optimieren uns Richtung Berechenbarkeit und verwechseln es mit Zuverlässigkeit. Perfekt in jeder Hinsicht, dem Funktionieren näher als dem Leben.

Leben ist ein einziges Auf und Ab, Hin und Her – und genau das macht es bunt und lebendig. Wenn wir es gegen jede Widersprüchlichkeit planieren, verlieren wir genau diese Vielfalt auch in unserem eigenen Leben. Aus virtuoser Komplexität wird schnörkellose Funktionalität. Nun … wer’s mag.

Leben ist voller Widersprüche

Unser Geist duldet keine Gegensätzlichkeit. Er hasst Überraschungen, und so begradigt er die Schlenker des Lebens, wo er nur kann.

Jeder kennt die Redewendung: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

Aber kaum einer nimmt sie sich zu Herzen in dem Sinne, dass er die Unberechenbarkeiten des Lebens mehr würdigt statt sie mit aller Macht „wegzuplanen“.

Widersprüchliches Verhalten ist eine Fundgrube für Sozialmissionare und Besserwisser.

Wer glaubt, dass das Leben linear verläuft und dass es keine Widersprüche geben darf, der befindet sich auf verlorenem Posten. Der wird ständig an sich und anderen Menschen ihre Widersprüchlichkeit sehen und sie sich und anderen Menschen vorwerfen.

Wir Menschen sind mit einem arbeitenden Organ namens Hirn ausgestattet. Es arbeitet komplex und nicht linear. Wer mehr Geradlinigkeit in seinem Leben erwartet, für den ist komplexes Verhalten immer kompliziertes Verhalten.

Mal ganz ehrlich …

Kennst du das nicht auch von dir? Situationen, in denen du pünktlich sein willst, und Situationen, in denen Pünktlichkeit nicht wichtig ist. Oder kennst du nicht auch Menschen, die warmherzige Beziehung zu verschiedenen Menschen haben hat, während sie bestimmten anderen Personen die kalte Schulter zeigen?
 

Gerade in einer Partnerschaft leben wir mit einem Menschen zusammen, dessen Verhalten uns oft widersprüchlich vorkommt. Aber verhält er tatsächlich widersprüchlich oder kennen wir nur nicht die wahren Motive, sprich Glaubenssätzen hinter seinem Verhalten.

Wer ehrlich zu sich selbst sein will, der muss sich auch seine Widersprüchlichkeit anschauen. Muss sich seinen Verdrängungsmechanismen wie Ignoranz, Verdrängung und Leugnung stellen.

Wer einmal ganz ehrlich zu sich selbst sein will, der kann sich die einfache Frage stellen: „Was will ich (über meine Beziehung/Ehe) nicht wissen?

Diese Frage irritiert vielleicht im ersten Moment und scheint irgendwie absurd zu klingen. Klar, denn wenn wir etwas jahrelang ignorieren oder leugnen, dann verlieren wir es aus den Augen. Aber unser Verstand „sieht“ es weiterhin. Er muss es sehen, sonst könnte er es nicht „beiseite“ schieben. Die Ursache sind unsere Glaubenssätze.

Diese Frage wird nur in den seltensten Fällen sofort beantwortet. Sie arbeitet in uns und oft taucht erst im Laufe der nächsten Stunden ganz zäh eine Antwort auf, die so lauten könnten: Ich will nicht wissen, dass meine Ehe kaputt ist und nicht mehr zu retten. Ich will nicht wissen, dass ich mir seit Jahren vormache, ich bräuchte nichts von meinem Partner.

Ich will nicht wissen, dass ich eigentlich eifersüchtig bin. Ich will nicht wissen, dass mein Partner fremd geht. Ich will nicht wissen, dass ich meine Partnerin nicht mehr liebe und dass ich mich am liebsten trennen würde.

Ehrlichkeit sich selbst gegenüber klingt gut, erfordert aber Mut. Das gilt natürlich erst recht für Ehrlichkeit in einer Partnerschaft, ohne die eine erfüllende Beziehung nur schwer vorstellbar ist.

In diesem Sinne bedeutet es, sich mutig mit all seinen Fehlern und Marotten zu nehmen und zu leben. Sich nicht von seinen „Mängeln“ verunsichern zu lassen.

Ehrlich zu sich selbst sein bedeutet nicht, sich perfekt zu optimieren, sondern sich anzunehmen wie wir sind.

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Gastbeitrag auf HAFAWO

Warum eigentlich ist es 80% aller Deutschen wichtig, dass sie einen ehrlichen Partner haben? Dieser Frage gehe ich in einem Gastbeitrag „Über die Ehrlichkeit und warum wir lügen“ auf HAFAWO – Happy Work. Happy life.

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