Erfüllende Partnerschaft leben

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Selbstverantwortlichkeit und Entscheidungsfreiheit

Genieße eine glückliche Beziehung

Wer eine erfüllende Partnerschaft leben will, braucht innere Freiheit und Selbstverantwortlichkeit. Dann sind beide füreinander da, aber nicht verantwortlich für das Leben des anderen.
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Innere Freiheit

Es klingt, als könnte es kein Mensch leben: doch sind die erfüllendsten Beziehungen die, wenn sich beide Partner ohne das Korsett eines Versprechens auf Ewigkeit jeden Tag neu füreinander entscheiden.

Es fühlt sich an wie frei verbunden zu sein.

Es ist ein Bekenntnis im Sinne eines Nur-Du. Aber auf der Basis innerer Freiheit entsteht große emotionale Nähe. Ein Bekenntnis, das wir miteinander finden, wenn wir frei von inneren Zwängen und gefühlten Verpflichtungen gegenüber dem Partner sind.

Diese innere Freiheit gibt uns Raum und Zeit für Entscheidungen. Für einen Blick zurück auf verflossene Liebe und alte Beziehungen: was sie uns gegeben haben, was sie uns gekostet haben.

“Was wären wir ohne unsere Geschichte”, fragt die spirituelle Lehrerin Byron Katie. Und meint: Wenn wir uns nicht ständig an unsere Vergangenheiten erinnern und auf sie beziehen würden, könnten wir uns angstfrei begegnen.

Auch eine glückliche Beziehung muss man erst einmal aushalten können.

Innere Freiheit erlaubt uns den Blick in die Zukunft auf unsere Ängste. Statt Angst vor einer Trennung zu entwickeln, gibt sie uns das Vertrauen, dass sich alles Werden und Vergehen zum Vorteil einer glücklichen Partnerschaft entwickeln wird.

Diese Freiheit macht uns stark für eine glückliche Beziehung. Aber auch die muss man aushalten.

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Falsch verstandene Freiheit

Manche Menschen wie die „Marlboro-Männer“, denen ihre Freiheit lieb und teuer ist und die sich an keinen Menschen binden wollen, leben frei – nach außen hin.

Aber in ihrem Herzen sind sie unfrei. Sie haben Angst vor einer Beziehung oder Bindung. Oder sie haben Angst, nicht wieder aus einer Verbindung herauszukommen. Emotionale Nähe ist ihnen nicht geheuer.

Was auf den ersten Blick nach Stärke aussieht, ist manchmal die Unfähigkeit, Nein sagen zu können. Harte Schale, schwacher Kern.

Vielleicht ist es die Angst, in Beziehungen ihrer eigenen Verletzlichkeit zu begegnen – außerhalb ihres kontrollierten Single-Daseins.

Diese Freiheits-liebenden Menschen ziehen quasi ein Leben lang von zu Hause aus.

Ihre Freiheit ist wie ein gläsernes Gefängnis, das sie überall hin mitnehmen; Gefängnis-to-go.

Entscheidungsfreiheit

Nur wer die Möglichkeit hat, sich zwischen zwei Optionen zu entscheiden, kann wirklich Verantwortung übernehmen. Für sich oder andere.

Wer ein selbstverantwortliches Leben führen möchte, muss innere Freiräume schaffen, um Entscheidungen für ein glückliches Miteinander treffen zu können.

„Falsche“ Entscheidungen sind die, die wir nicht wirklich fällen. Das sind die Entscheidungen, die aus innerer Unfreiheit getroffen werden – aus Angst, aus Scham, aus Vernunft, aus einem Verpflichtungsgefühl heraus.

Das sind die Entscheidungen, die wir treffen “müssen”. Es sind die Entscheidungen, die hastig ausgesprochen werden und im Gespräch mit einem “Sorry …” beginnen. Die Entscheidungen, zu denen keiner wirklich Vertrauen hat.

Junge Menschen, die – außerhalb unseres Kulturkreises – von den Eltern verheiratet werden, führen eine Ehe, die sie nicht zu verantworten haben.

Partner, die einfach heiraten „müssen“, weil sie sich lieben oder weil ein Baby unterwegs ist, führen auch eine Ehe, die sie nicht zu verantworten haben.

Man könnte meinen: immerhin aus Liebe! Doch so, wie die Liebe sie in der Ehe glücklich zusammengebracht hat, so trennen sich ihre Wege, sobald die Liebe erloschen ist.

Erst müssen sie „aus Liebe“ heiraten, dann müssen sie sich wegen erloschener Liebe wieder scheiden lassen. Sorry.

Wenig Entscheidungsfreiheit, wenig Selbstverantwortung

Wer eine erfüllende Beziehung führen möchte, braucht Entscheidungsfreiheit und Selbstverantwortlichkeit. Bewusste Selbstverantwortlichkeit fängt dort an, wo ein Mensch eine Wahl hat und eine Entscheidung treffen kann.

Wer weder äußerlich und innerlich eine Wahl hat, kann keine Entscheidung treffen. Sein Verhalten wird bestimmt, sein Handeln folgt einer einfachen Ursache-Wirkung-Reaktion. Die Umstände machen ihn. Sorry, sagt er und hebt abwehrend die Hände, nicht meine Schuld.

Die äußeren „Faktoren“, die in unserer Kindheit unser Leben bestimmen, sind unsere Erzieher wie Eltern, Kindergärtnerinnen und Lehrer mit ihren Regeln, Kommandos und Anweisungen.
 

Im Erwachsenenalter sind es berufliche Umstände. Die Aufgaben, die wir erledigen müssen. Die familiären Umstände. Die Allüren des Partners. Die halbherzige Absprachen, die wir in der Partnerschaft miteinander treffen. Die Kinder, die Nachbarn. Und überhaupt.

Selbstgemachte Umstände

Gerne schieben wir die Schuld für unser Handeln auf die Umstände. Sorry, sagen wir, wenn wir nicht die Verantwortung übernehmen wollen.

Aber eine für beiden Partner glückliche Partnerschaft erfüllt sich nur auf Basis von Selbstverantwortung.

Die sogenannten äußeren Umstände sind aber nichts weiter als von innen nach außen projizierte Glaubenssätze und Gedanken. Für jede Situation haben wir ein passendes Set von Überzeugungen parat.

Das hältst du für Quatsch?!

Ein Beispiel verdeutlicht es. Die Schwiegermutter ist ein „schwieriger Mensch“, weil die betroffenen Schwiegersöhne oder -töchter denken: Die Mutter meines Partners sollte sich aus meinen Angelegenheiten raushalten. Mit ihren Kommentaren, ihren Ratschlägen und ihren Ansichten zu meiner Familie. Aber sie tut es nicht!

Unsere Vorstellungen prallen auf eine Frau, die einfach nur tut, was sie für wichtig und gut hält: sich “uneigennützig” einzumischen!

In unseren Augen aber tut sie genau das Gegenteil von dem, was sie tun sollte: sich raushalten.

Unsere Gedanken über eine Frau mittleren Alters macht aus ihr schwierige „Schwiegermutter“. Kurz, unsere Gedanken machen aus einer Frau “schwierige Umstände”.

Unser Geist generiert Umstände, über die er klagt und jammert. Das ist wie sich einen Rote-Beete-Salat zubereiten und den Salat nicht essen wollen, weil er nach roter Beete schmeckt.

Unser Geist produziert Umstände, unter denen er ächzt und stöhnt.

Unser Geist bewertet die ganze Zeit. Aus Faktischem wird Bedeutsames. Aus Autofahrern, die zu schnell fahren, werden Idioten.

Aus Partnern, die ihren eigenen Kopf haben, werden Beziehungsverweigerer.

Aus Menschen, die viel Zeit mit Aufräumen verbringen, werden Ordnungsfanatiker. Aus Menschen, die sich regelmäßig verspäten, werden Chaoten.

Unser Geist erzeugt eine Welt, die ihm nicht gefällt und aus der er Hals über Kopf fliehen will.

Er generiert Umstände, die ihn zwingen Dinge zu tun, die er nicht tun will.

In einer erfüllenden Beziehung sind wir uns bewusst, dass nicht der Partner für unser Glück zuständig ist, sondern wir selbst.

In einer guten Partnerschaft will keiner das Verhalten des Partners ändern, sondern beginnt bei sich und seinen eigenen Gedanken.

Geschenk an sein Menschsein

Da wir erfahrungsgemäß keinen Einfluss auf den „Umstand“ Mitmensch haben, reicht es völlig, unser Denken zu ändern – um glücklich zu sein.
 
Ändern wir unser Denken, ändern sich die Umstände.
 
Wie heißt es so schön? Der Kopf ist rund, damit das Denken seine Richtung ändern kann. Lasst uns anfangen.
 
Erich Kästner hat einmal gesagt, dass es nie zu spät für eine glückliche Kindheit ist. Genauso verhält es sich mit einer erfüllenden Beziehung. Auch dafür ist es nie zu spät. Wir sollten unser gemeinsames Glück wichtig nehmen.

Ändert sich das Denken, ändern sich die Umstände.

Wer sich seiner limitierenden Glaubenssätze bewusst ist (die er in der Kindheit gebildet hat), kann sie hinterfragen und bearbeiten. Dafür habe ich den gratis MINI-KURS “Eifersucht bekämpfen” konzipiert.

Gewissheiten anzweifeln

Wer beispielsweise seine Freiheit und Unabhängigkeit durch eine Partnerschaft gefährdet sieht, könnte sich die Frage stellen:

Ist es wahr, dass eine Beziehung das Ende meiner Freiheit ist?

Und um spielerisch weiter zu philosophieren, ließe sich diese Überzeugung sogar auf den Kopf stellen:

“Eine Beziehung ist der Beginn meiner Freiheit.”

Ist das nicht vielleicht auch wahr? Wir alle finden zu dieser Frage unsere eigenen Antworten.

Eine Antwort könnte beispielsweise lauten: Ja, denn eine feste Beziehung ermöglicht mehr Intimität mit einem anderen Menschen als eine freundschaftliche.

Die Möglichkeit, sich angstfrei und regelmäßig intim miteinander auszutauschen, ist ein Geschenk an unser Menschsein.

Geistige Intimität beginnt mit dem Mut und der Bereitschaft, sich selber seiner Gefühle und Gedanken bewusst zu werden. Sie ist die Basis für ein Sich-Anvertrauen.
 

Die Scham ist der Schutzwall der Intimität, hinter der wir dem Partner scham-los und in unserer ungeschminkten Nacktheit begegnen können. In einer erfüllenden Beziehung treffen sich die Partner hinter einem solchen Schutzwall.

Eine Beziehung, die glücklich macht, bedeutet Freiheit, denn sie lädt uns zu einer persönlichen Auseinandersetzung ein. Sie gibt uns die Chance, als soziale Wesen zu reifen anstatt nur alt zu werden.

Erfüllung durch Verzicht

Wer sich bei der Auswahl verschiedener Optionen für eine Möglichkeit entscheidet, verzichtet auf andere. Verzicht hat etwas mit Vertrauen und Selbstwertgefühl zu tun.

Wer glaubt, “alles mitnehmen” zu müssen, entscheidet aus einer gewissen Unfreiheit heraus. Diese Unfreiheit ist die Angst vor der falschen Entscheidung und wird gespeist von der Vorstellung, immer zu kurz zu kommen.

Wer gefühlt stets zu kurz kommt, kann keine erfüllende Beziehung leben. Erfüllung bedeutet genug zu haben.

Menschen, die Angst vor einer falschen Entscheidung haben, sehen sich, wie sie in der Zukunft auf eine Situation zurückblicken, die sie mit der Erfahrung von heute bewerten.

Erfülltsein bedeutet genug haben.

Es fällt ihnen schwer sich vorstellen, dass sie in Zukunft mit einem ganz anderen Erfahrungshintergrund ihr Leben beurteilen werden.

Der reuelose Verzicht will gelernt sein, denn Verzicht fühlt sich nach Verlust an. Wem es gelingt, Verzicht als Genug-sein zu erleben, kann sich gut auf das einlassen, was das Leben bringt.

Der kann sich selbstbewusst auf den Partner mit dessen Stärken und Schwächen einlassen. Er hat keine Angst, möglicherweise einen anderen Partner mit mehr Stärken und weniger Schwächen zu verpassen.