Emotionale Nähe und Verbundenheit herstellen

Emotionale Vernachlässigung triggert die ersten Eifersuchtsanfälle, die bei einigen Menschen im Wahn enden.

Emotionale Vernachlässigung triggert die ersten Eifersuchtsanfälle, die bei einigen Menschen in krankhafter Eifersucht enden.

Emotionale Nähe – das Elexier einer glücklichen Beziehung

Zu Beginn einer Beziehung ist das Leben wunderbar, leicht und fließend. Die Beziehung ist selbstverständlich. Wir fühlen uns mit dem geliebten Menschen emotional verbunden wie mit keinem anderen Menschen.

Leider wird im Laufe der Zeit aus der Nähe Distanz und wir vermissen Gefühle, Liebe und Intimität. Aus der gefühlten Distanz heraus bekommen wir Angst, den Partner zu verlieren. Wir werden eifersüchtig, sobald er sich auch wieder für andere Menschen interessiert.

Paare leben sich auseinander. Die Kommunikation wird flacher, die geistige Distanz größer und die körperliche Intimität lau. Emotionale Verbundenheit wollen am Schluss beide Partner zwar aufbauen. Doch gelingt’s kaum und ein Tantra-Workshop wird zur Option.

Wie geht die emotionale Verbundenheit verloren?

Ohne Ausnahme hat jeder von uns bestimmte Vorstellungen, wie sein Idealpartner zu sein hat. Was die äußerlichen und was die inneren Werte betrifft. Diese Vorstellungen ist eine lange Liste von Überzeugungen und Glaubenssätzen zum Thema Beziehung. Sie ist eine Art „Allgemeine Geschäftsbedingungen einer Beziehung.

Zu diesen Glaubenssätzen und Überzeugungen gehören allgemeine Urteile über Männer und Frauen („Männer denken nur an das eine!“ oder „Frauen nörgeln ständig rum!“). Es sind Urteile, die man als Klischees über das andere Geschlecht kennt.

Diese Klischees, die bei uns im Hinterkopf rumgeistern, verhindern in vielen Beziehungen, eine emotionale Verbundenheit aufzubauen.

Zu dieser Liste gehören nicht nur pauschale Vorurteile über das andere Geschlecht, sondern auch die Vorstellung darüber, was der Lebensgefährte können muss. Wie er sich verhalten soll und was er denken sollte.

Es lohnt sich, für sich einmal eine solche Liste zu erarbeiten. Die Fragen lauten: Was denke ich allgemein über Männer/Frauen und was erwarte ich im speziellen von meinem Partner?

Werden diese Kriterien (bei der unbewussten „Prüfung“) während der Kennenlernphase nicht erfüllt, fällt der potentiell neue Partner durch den Rost.

Mit solchen Kriterien im Hinterkopf gehen die Menschen ins Speeddating. Sie haben keine ausgearbeitete Liste vorliegen, aber sie checken den Gegenüber unbewusst und intuitiv nach dieser Liste. Einer Checkliste.

Das klingt ernüchternd. Klingt kein bisschen nach Liebe. Und angesichts der vielen gescheiterten Beziehungen klingt es vor allem nach unbrauchbarer Liste.

Lebe bewusst

Wenn du deine Glaubenssätze über Frauen und Männer kennenlernen möchtest, dann ergänze die folgenden Sätze so oft es geht:

Frauen/Männer sollen …

Frauen/Männer sind …

Wenn du wissen willst, welche Qualitäten dein Lebensgefährte in eure Partnerschaft mitbringen sollte, dann ergänze auch den nächsten Satz so oft es geht:

Mein Mann/meine Frau sollte …

Ist dir aufgefallen, dass dir Ergänzungen einfallen, die vielleicht nichts mit deinem jetzigen Partner zu tun haben? Soll er Eigenschaften haben, die er noch nie gezeigt hat und auf die du seit Jahren wartest?

Sollte dein Mann vielleicht mehr mit dir reden?!

Aber das hat er noch nie getan. Am Anfang fandst du das super, weil du einen guten Zuhörer hattest?!

Oder sollte deine Frau weniger reden? Aber sie wollte sich schon immer mitteilen und am Anfang fandst du das super?

Vielleicht hast du zu Beginn eurer Liebe und Partnerschaft gedacht, dein Partner würde deine Kriterien emotionaler Verbundenheit erfüllen. Aber es hat sich als Trugschluss herausgestellt.

Im Streit wedelt man mit den imaginären „Geschäftsbedingungen“ vor der Nase seines Partners rum und wirft ihm schäbigen Vertragsbruch vor.

Ernüchterung

Die allermeisten Partnerschaften beginnen als Liebesbeziehung mit inniger Nähe und emotionaler Verbindung. Es läuft wie von allein. Easy peasy.

Mit nachlassender Liebe verblassen auch körperliche und geistige Intimität. Die wachsende Distanz lässt sich auch nicht durch eine Kommunikation reduzieren.

Auf den ersten Blick scheint ein neuer Partner alles mitzubringen, was wir brauchen. Auf den zweiten Blick meinen manche, auf eine Mogelpackung hereingefallen zu sein.

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Distanz statt emotionale Nähe

Es gibt nicht wenige Menschen, die der Meinung sind, Erwartungen an seinen Partner hätte nichts mit Liebe zu tun. Doch was passiert mit deren „romantischen Liebe“, wenn die Erwartungen vom Partner nicht erfüllt werden? Und darüber hinaus dem Partner entweder Böswilligkeit oder wenigstens Trotz unterstellt wird?

Erwartungen – die AGB’s der Beziehung – an unseren Partner schaffen Distanz statt emotionale Nähe.

Die Enttäuschung über die unerfüllten Erwartungen, die unbefriedigten Wünsche und Bedürfnisse ist groß.

Es geht nicht um die Wünsche nach einem neuen Auto oder einer Reise in die Karibik, sondern über beziehungsstiftende Bedürfnisse. Das Bedürfnis nach Nähe, nach Berührung und Intimität.

Es klappt nicht. Man kommt sich nicht näher. Mit hängenden Schultern ergeben sich Männer und Frauen ihrem Schicksal.

Die einen schweigen, die anderen schreien. Beide verzweifeln.

Ob man schreit oder schweigt – so kommt sich keiner näher. Man kann zwar nicht nicht kommunizieren – auch Schweigen ist eine Art von Kommunikation –, aber es ist keine konstruktive.

Offen und ehrlich

Wir haben verlernt uns mitzuteilen. Den anderen darüber zu informieren, was uns bewegt. Unsere Gefühle zu zeigen, unsere Wünsche und Bedürfnisse zu äußern. Unsere Angst und Ängste.

Je nach Elternhaus haben wir bereits in der Kindheit gelernt, unsere Bedürfnisse zu unterdrücken. Uns einer Situation anzupassen fällt uns leichter als unsere Ablehnung auszudrücken. Ein unehrlich freundliches Wort kommt uns leichter über die Lippen als ein passendes Widerwort.

Wer jahrelang oder gar jahrzehntelang gelernt hat, sich seine Bedürfnisse zu verkneifen (sich selbst zu unterdrücken), der spürt seine Bedürfnisse nicht mehr. Gespräche finden nur noch auf Small-Talk-Niveau statt.

Manche Menschen können gar nicht mehr anders. Es ist keine Absicht oder Trotz, sich nicht über seine Gefühle und Ängste auszutauschen. Sie nehmen sich selbst nicht mehr wahr.

Das Innenleben ist verkümmert. Alles, was in ihrem Leben noch passiert, passiert im Außen. Mit diesen Menschen lässt sich nur schwer emotionale Verbundenheit herstellen, weil sie zu sich selbst keine Nähe mehr herstellen können.

Emotionale Verbundenheit herstellen

Nimm dich nicht länger zurück. Nimm deine Wünsche und Bedürfnisse wahr. Äußere sie. Teile sie mit anderen Menschen.

Viele von uns haben Angst, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu äußern, weil die Betroffenen glauben, Wünsche müssten vom Partner erfüllt werden. Automatisch.

Warum sollten geäußerten Menschen automatisch vom Partner erfüllt werden? Nicht jeder Partner kann bestimmte Wünsche erfüllen. Trotzdem muss man sie zumindest äußern dürfen.

Es ist halb so schwierig Bedürfnisse zu äußern, wenn du weißt, dass dein Partner sie nicht erfüllen muss.

Wünsche wollen erfüllt, ja, und Bedürfnisse wollen befriedigt werden, ja. Aber es ist nicht die Aufgabe des Partners, sie zu erfüllen, sondern es ist deine Aufgabe.

Wenn du der Meinung bist, dein Partner sollte deine Bedürfnisse erfüllen – weil du daran erkennst, wie sehr er dich liebt –, dann machst du dich abhängig von einem Menschen, der es möglicherweise gar nicht erfüllen kann. Oder will.

Abhängigkeit hat nichts mit Liebe zu tun. Im Gegenteil. Und Abhängigkeit schafft eher die Distanz statt emotionale Nähe herzustellen.

Kümmere dich selbst um deine Bedürfnisse

Wenn du die emotionale Verbindung zu deinem Lebensgefährten erneuern willst, dann teile deine Bedürfnisse, deine Sehnsüchte und deine heimlichen Leidenschaften bedingungslos mit.

Erwarte nicht von deinem Partner, dass er sich darum kümmert. Manche warten ein Leben lang. Vergeblich.

Und wenn es dir gelingt, dich frei und ohne Absicht zu äußern, bist du frei genug dich selbst um deine Bedürfnisse kümmern.

Befriedige deine Bedürfnisse selbst, genieße dein Leben, genieße dich – und bring dich als glücklichen Menschen in die Beziehung ein. Dann lebst du eine glückliche Beziehung.